{Special 3} Farbpsychologie: Grün-Töne

16. Mar. 2022 | Podcast

Fangen wir mit ein paar kurzen Basics an

 

Das Wort Grün ist in der deutschen Sprache verbunden mit dem althochdeutschen Verb “gruoen”. Dieses bedeutet soviel wie “wachsen”, “sprießen” oder gedeihen. Wenn wir das mit unserer heutigen Bedeutung von Grün vergleichen, ist das auch gar nicht so unterschiedlich. Immerhin steht Grün auch heute für Wachstum und Leben. 

 

 

Grün ist eine, in der Natur, sehr häufig vorkommende Farbe

 

Es gibt eine ganze Bandbreite an natürlichen Grüntönen z.B. Grasgrün, Maigrün oder Tannengrün. Ihre grüne Farbe verdanken Pflanzen dem Chlorophyll.

Im Herbst jedoch, wenn ihre Wachstumsphase zu Ende geht, verringert sich der Chlorophyllanteil vor allem im Laub der Bäume. Dann kommen die gelben und roten Naturstoffe mehr zur Geltung. Herbstliches Laub kündigt den baldigen Winter und damit die scheinbar “tote” Natur an.

In der Poesie wird der Herbst auch als “schönes Sterben” betitelt. Dem gegenüber steht der Frühling, das ergrünen der Pflanzen, für neues Leben und Wachstum. Diese Symbolik fand im Mittelalter Einzug in den Sprachgebrauch. So sprach man von einer ergrünenden Liebe, wenn diese gerade im Entstehen begriffen war.

Daraus leiteten sich wieder andere Redensarten ab wie “die grüne Seite” als die bessere Seite eines Menschen. Auch die heute noch gebräuchliche Redensart “jemandem nicht grün sein” kommt aus dieser Zeit. 

Eine weitere Bedeutung von Grün ist neben Leben auch die Hoffnung und Zuversicht. Jeder Winter findet irgendwann ein Ende und es muss Frühling werden. Das Grün kommt auf jeden Fall wieder. 

In vielen Kulturen gab es bereits im Altertum die Tradition, sich immergrüne Pflanzen oder Tannengrün über Winter ins Haus zu holen. In nördlichen Gegenden wurden Tannenzweige ins Haus gehängt um bösen Geistern das eindringen und einnisten zu erschweren und gleichzeitig war es eine Erinnerung an die Hoffnung des wiederkehrenden Frühlings. 

 

Grün kann aber auch negative Assoziationen haben

Zum Beispiel kann es als giftig gelten. 

Dies hängt mit Färbemitteln zusammen. Früher waren in grüner Farbe, vor allem in der farbintensiven und haltbaren, viele giftige Stoffe enthalten, wie zum Beispiel Arsen, Kupferacetat oder Bleichromat. Besonders farbintensives, knalliges Grün wird auch als Giftgrün bezeichnet. 

Aber auch Pflanzen konnten zum giftigen Ruf der Farbe beitragen. Unreife Früchte können giftig sein, wie z.B. bei Tomaten oder die oberirdisch wachsenden grünen Früchte der Kartoffel.

Auch die negativen Assoziationen wie Unreife oder Unerfahrenheit rühren von unreifen Früchten. Darauf beziehen sich Redensarten wie “grün hinter den Ohren sein” oder die Bezeichnung “Grünschnabel”. 

Man kann auch grün im Gesicht sein. Das heißt eigentlich, dass man fahl aussieht. Durch fehlendes Blutrot sieht die Haut blässlich, vielleicht sogar leicht grünlich aus und so steht die “grüne Gesichtsfarbe” für körperliche und seelische Krankheit. Wenn man sich allerdings vor Neid so ärgert, dass man seine Gesichtsfarbe verliert, dann wird man “grün vor Neid.”

 

Die Farbe Grün ist allgemein sehr positiv besetzt

In der Religion steht sie im Christentum für die Auferstehung und im Islam für den Islam selbst. 

In Irland steht Grün nicht nur für die Insel selbst, sondern für den Katholizismus und den Saint Patrick’s Day. Wo wir gerade bei Irland und dem Saint Patrick’s Day sind, fallen mir auch noch Kleeblätter ein.

Die Farbe Grün ist auch noch ein Symbol für Glück. 

Eine weitere positive Assoziation mit Grün ist Ruhe.

Sie steht dafür, dass etwas in Ordnung ist, es keine Probleme oder Fehler gibt. So steht grünes Licht für das Erlauben eines Vorganges, wie das Fahren oder Gehen an einer Ampel. 

 Wegen seiner großen Verbindung zur Natur, ist Grün auch die Farbe von Natur und Umweltschutz. So tragen viele Umweltorganisationen oder politische Parteien, die sich angeblich für die Natur einsetzen, Grün in ihrem Logo. Grün steht auch für Nachhaltigkeit und ökologischen Anbau und so werden Produkte, die den Anschein erwecken sollen, sie wären umweltfreundlich, gerne mit Grün gestaltet.  Damit sind wir jetzt auch schon an dem Punkt “Grün in der Corporate Identity” angekommen. 

 

Grün ist die Farbe des Wachstums und des beginnenden Lebens

Blätter im Frühling haben meist eine zarte, frische Farbe. Diese steht daher für Jugendlichkeit, Lebendigkeit und Frische. 

Grün strahlt allerdings auch eine gewisse Ruhe aus, auch wenn sie auf unseren Körper keine so intensive Wirkung hat wie Blau. Aber dennoch steht sie auch für Frieden, Festigkeit, Selbstachtung und Gesundheit. 

 

Grüntöne schaffen durch ihre Natürlichkeit eine angenehme und ruhige Atmosphär 

Daher ist es natürlich eine perfekte Farbe für Unternehmen, die ihre Nähe zur Natur ausdrücken möchten oder auch die Natürlichkeit ihrer Produkte. Außerdem passt sie zu Unternehmen, deren Kernaspekt die Gesundheit ist, z.B. Versicherungen, Heilpraktiker und ähnliches.

In der heutigen Zeit legen immer mehr Menschen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Sie entwickeln ein Verantwortungsgefühl und versuchen ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. 

Es gibt allerdings auch Firmen, die dieses neue ökologische Bedürfnis der Konsumenten und die positiven Assoziationen von Grün für sich ausnutzen wollen, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken, als sie verdienen würden. So wird eine Corporate Identity erstellt, die möglichst auf die Assoziationen von Nachhaltigkeit und Naturschutz abzielt, obwohl das Unternehmen nichts oder nur unzureichend etwas für die Natur oder Gesundheit tut. In vielen Fällen gehören sie sogar zu den Zerstörern der Umwelt und versuchen dies durch sogenanntes “Greenwashing” zu überspielen. 

Als Greenwashing werden PR-Methoden bezeichnet, die ein Unternehmen in der Öffentlichkeit in ein positives Licht bezüglich Umweltschutzes und Verantwortungsbewusstsein rücken sollen. 

Eine der bekanntesten Greenwashing-Kampagnen der letzten Jahre war die “beyond petroleum”-Kampagne von BP. BP ist ein Mineralölkonzern und vielleicht erinnert ihr euch an die Ölpest im Golf von Mexiko 2010 für die BP verantwortlich war. Diese Firma steht seit jeher in der Kritik wegen Menschenrechtsverletzungen und Missachtung der Umwelt. Aber schaut euch ihr Logo an….Grün.

Eine stilisierte gelbe Sonne mit einem grünen Kranz. Das Logo erinnert an eine grüne Sonnenblume. 

Würde man nur das Logo sehen und die Firma nicht kennen, man würde wahrscheinlich einen Hersteller von Bioprodukten oder vielleicht Naturkosmetik dahinter vermuten, aber sicher nicht ein so die Umwelt verachtendes Unternehmen. 

Das neue Logo entstand im Zuge einer ausgedehnten Greenwashing Kampagne. Das vorherige Logo hatte auch schon einen Grünton, der aber weniger Assoziationen zur Natur geweckt hatte.

Ein Unternehmen sollte sich bewusst machen, dass derartige Manipulationen heutzutage durchs Internet schneller aufgedeckt werden und lange verweilen. Daher sollte man immer zweimal überlegen, ob man versucht sich mit falschen Federn zu schmücken. Ist der Vorwurf des Greenwashing oder der falschen Versprechungen erstmal da, wird man ihn so schnell nicht mehr los und der Imageschaden ist enorm. 

Also, sei gut zur Umwelt, sei gut zu Deinen Mitarbeitern und werde zu einem Unternehmen, dass Werte nicht nur als Fassade trägt. 

Dann kann man auch mit der Farbe Grün nicht mehr viel falsch machen. 

 

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Alle Liebe,
Deine Marischa

 

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